Improvisation Kompakt

Fr., 26. Juli – So., 28. Juli 2019

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ZIELGRUPPE
Improvisationsinteressierte (Anfänger/Fortgeschrittene), Instrumentalisten und Instrumentalistinnen und Vokalisten und Vokalistinnen aller stilistischen Herkünfte.

BESCHREIBUNG
Ein profiliertes Team von Musikern und Musikerinnen, die im Feld musikalischer Improvisation als Konzertierende wie auch als Vermittelnde über langjährige Erfahrung verfügen, bietet die seltene Gelegenheit, ein breites Spektrum von Aspekten freier Improvisation kennenzulernen. In mehreren aufeinander folgenden Blöcken und bis zu vier parallel stattfindenden kompakten Workshops mit sich ergänzenden Themensetzungen können sowohl Improvisations – Neulinge als auch Fortgeschrittene in vor allem die Praxis aber auch die Theorie nicht stilgebundener improvisierter Musik eintauchen. Das musikalische Material, erweiterte Spieltechniken, Strukturbildung/Formgestaltung, das Verhältnis von Klang und Stille, Haltung und Präsenz und nicht zuletzt die soziale Ebene des Ensemblespiels sind Gegenstände intensiven, angeleiteten Austauschs.

 

WORKSHOPS

Wo beginnt das Jetzt? (Caroline Knöbl)
Dieser Workshop beleuchtet  p r ä s en t   s e i n  von der sinnlichen und physischen Seite.
In Übungen und spielerischen Aktionsformen wenden  wir uns dem Atem zu, der Wahrnehmung, unserem Körper, und dem Kontakt zu anderen. Mit diesen Erfahrungen geht es in die Improvisation, von der Frage begleitet:  wie verändert sich  mein Spiel am Instrument,  wie entwickelt sich so der Kontakt zu meinen Mitspielern?

 
Caroline Knöbl tanzt und performt seit über 30 Jahren. Das Zusammenspiel von Musik und Bewegung, das Gestalten im Moment stehen im Mittelpunkt.
In ihren Performances begegnen sich Sprache, Gesang, Musik und Tanz; auch Materialien und Objekte werden zu „Mitspielern“.
In ihren Workshops und Kursen unterstützt atem– und wahrnehmungsfokussierte Körpererfahrung eine wohltuende Verbindung zum eigenen Körper.
Mut zu eigenen Lösungen in Bewegung verbindet sich mit dem Kontakt zu anderen – um den gemeinsamen Raum miteinander zu gestalten. 
 


Deep Listening (Ulrike Lentz)
„There´s more to listen than meets the ear“. Die Komponistin Pauline Oliveros (1932-2016) hat mit „Deep Listening“ eine sehr spannende Methode entwickelt, um Phänomene rund ums „Lauschen“ und „Hören“ zu erkunden. Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, mit Hör-Fragen, meditativen Übungen und angeleiteten Improvisationen Deep Listening kennenzulernen.
Deep Listening entwickelt umfassend unser „Hören“: den Klängen des täglichen Lebens, den Geräuschen um uns und in uns, unseren Träumen und Imaginationen, und „Listening to Listening itself“.

 

Ulrike Lentz´s künstlerischer Arbeitsschwerpunkt liegt auf erweiterten Klangmöglichkeiten der Querflöte im Kontext freier Improvisation sowie eigenen Konzeptionen. Ihre Konzerttätigkeit bringt Ulrike Lentz mit Musiker*innen weltweit in Verbindung. Sie spielt im Duo mit dem New Yorker Flötisten Robert Dick, dem Trio Lentz, Vorfeld, Hammerschmidt und im deutsch-italienischen Ensemble ABRASH u.a.
Lehrtätigkeit u.a.: Musikatelier Ulrike Lentz, Lehraufträge sowie Workshopleitung als Gastdozentin: Kasseler Musikakademie, Mozarteum Salzburg, Exploratorium Berlin u.a. Weitere Informationen: www.floete.biz

 


Musikalische Extremsituationen (Ulrich Phillipp)
Oft treffen in Improvisationen verschiedenste Haltungen und ästhetische Vorlieben aufeinander. Wie können wir diese erkennen und kreativ nutzen?
In der geschützten Laborsituation des Workshops werden wir einige spezifische musikalische Extremsituationen erarbeiten, deren Erfahrung uns auf der freien Wildbahn der Improvisierten Musik möglicherweise helfen kann.

 
Ulrich Phillipp arbeitet seit den späten siebziger Jahren in den Bereichen Improvisierte – und Experimentelle Musik, Klanginstallation, Audio-Kunst und Performance.
Zusammenarbeit mit Bildenden KünstlerInnen, TänzerInnen, SchauspielerInnen ……. sowohl in lange arbeitenden Gruppen wie auch in ad hoc Zusammenhängen.
Mitbegründer der Wiesbadener Musiker Kooperative new jazz (1979), ARTist (1983) und HumaNoise congress – Tage Improvisierter Musik (1987); Europaweite Konzert- und Ausstellungstätigkeit, Pädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Zahlreiche Veröffentlichungen
 


Klang (Frank Rühl)
Thema dieses Workshops ist Klang im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gruppe –  oder, anders gesagt: Eigenklang und/oder/im Gruppenklang. Schwerpunkte sind Erfahrungsaustausch und Spielen: die eigene „Klanggeschichte“, Spielansätze, Klangfindung, Klangstrategien, Spieltechniken und individuelle Konzepte, Ausprobieren, Spielen in kleiner und größerer Gruppe, Sammeln erster oder neuer Klangerfahrung in der Improvisation. Ein Workshop gleichermaßen für Improvisations-Neulinge und Fortgeschrittene.

 
Frank Rühl kommt vom Beat, R&B, R&R, Soul und Psychedelic über Freejazz zur zeitgenössischen Improvisierten Musik. Neben seinem musikalischen Schwerpunkt in der Neuen Improvisierten  Musik steht auch die intensive, spartenübergreifende  Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Tanz, bildende Kunst, Literatur und neue Medien sowie pädagogische Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen.
Er ist Mitbegründer des Giessen Improvisers Pool und Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Improvisierte Musik Hessen e.V. (LAG), zahlreiche Konzerte und Festival–Auftritte im In-­und Ausland, Tanzperformance-Projekte, sowie Performances in Kombination von Malerei ,Tanz und Musik; diverse CD-und Videoveröffentlichungen, Rundfunk-, TV- und Theaterproduktionen.
 


…außer man tut es! (Wolfgang Schliemann)
Wie kann ich meine Wahrnehmung beim Improvisieren in der Gruppe verbessern? Was kann mir helfen, meiner Ausdruckslust eine Form zu geben? Worin kann sich mein Spiel mit dem der anderen sinnvoll ergänzen? Zur Bearbeitung dieser und ähnlicher Fragen wird mit Improvisationsmodellen experimentiert, die einfache Spielstrukturen, nicht aber das konkrete Spielmaterial vorgeben. Im Spannungsfeld von Spielen und Reflektieren öffnet sich auch der Raum zur Bewusstmachung der Vorgänge, die freies Improvisieren im Ensemble ausmachen.  

 
Wolfgang Schliemann betreibt die Kunst des Schlagzeugspiels überwiegend in der Praxis freier Improvisation gegenüber Konzepten für Klangkunstarbeit unterschiedlicher Präsentationsformen – Aufführungen wie Installationen – mit einem sich ständig verändernden und wachsenden Instrumentarium.
Neben Solistischem, diversen Ensembles Improvisierter Musik der europäischen Szene und zahlreichen CD-Veröffentlichungen zählt die Mitwirkung an medienübergreifenden, raumbezogenen und synästhetisch ausgerichteten Projekten seit den 1980er Jahren zu seinen Aktivitäten.
Parallel dazu langjährige Tätigkeit als Instrumentallehrer, Dozent für Gruppenimprovisation sowie als Kurator. Er ist Mitbegründer der Kooperative New Jazz Wiesbaden, Gründungsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Improvisierte Musik Hessen sowie Mitglied mehrerer sich überregional vernetzender Organisationen.
 


Boxenstopps – Anfangen und Beenden einer Improvisation (Ove Volquartz)
Anfang und Ende einer Improvisation erweisen sich häufig als problematisch oder klischeehaft. Hier soll in Übung und Gespräch auf verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Bereich eingegangen werden.

 
Ove Volquartz ist fest in der freien Szene verankert, davon zeugt seine Arbeit mit afroamerikanischen Musikern, u.a. Cecil Taylor, Lester Bowie, Roscoe Mitchell, Marion Brown) als auch der europäischen Avantgarde wie Gunter Hampel, Baby Sommer, Peter Kowald, Vladimir Chekassin…
Konzertreisen und Festivalauftritte (z.B. Moers, Leverkusen, Leipzig) führten ihn über ganz Europa bis nach Afrika, Platten- bzw. CD-Aufnahmen erfolgten u.a. mit Annexus Quam, Gunter Hampel, Abbey Rader,  Cecil Taylor. TAG-Trio und Reciprocal Uncles.
In der letzten Zeit werden in Volquartz weitem musikalischen Spektrum die Kompositionstätigkeiten immer wichtiger, so wird er zunehmend zu Workshops eingeladen, in denen er seine Musik – angesiedelt im weiten Feld zwischen Jazz und Neuer Musik  – präsentieren kann.
 


Frei spielen (Georg Wolf)        
Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, ohne vorgegebenes Thema in wechselnden Formationen zu improvisieren und diese Erfahrung konkret und unmittelbar zu reflektieren. Der Dozent gibt dazu hilfreiche Anstöße.

 
Georg Wolf begann  Ende der 70er Jahre  mit Jazzformationen verschiedener Stilrichtungen (Swing, Bop, Free) zu konzertieren. Seit Ende der 80er Jahre entwickelte sich, zunehmend,  das Interesse an „freier“ Improvisation. Er trat bei vielen Festivals und Konzerten im In- und Ausland auf und ist auf zahlreichen LPs/ CDs zu hören.
Neben Instrumentalunterricht vermittelt er  an verschieden Musikschulen Ensemblespiel im Mainstream-Jazz.
Er ist Gründungsmitglied des GIESSEN  IMPROVISERS  POOL und  der LANDESARBEITSGEMEINSCHAFT IMPROVISIERTE MUSIK HESSEN e.V.
 


                                                                          

ÖFFENTLICHES TEILNEHMER-/DOZENTENKONZERT
So., 28. Juli 2019 | 14:30 Uhr

DOZENTEN UND DOZENTINNEN
Caroline Knöbl – Tanz
Ulrike Lentz – Flöte, Deep Listening
Ulrich Phillipp – Kontrabass, Elektronik
Frank Rühl – Gitarre
Wolfgang Schliemann – Schlagwerk, Perkussion
Ove Volquartz – Holzblasblasinstrumente
Georg Wolf – Kontrabass

VERANSTALTER
Landesmusikakademie Hessen,
Landesarbeitsgemeinschaft Improvisierte Musik Hessen e.V.

Kursbeginn: 26. Juli 2019 | 17:00 Uhr
Kursende: 28. Juli 2019 | 17:00 Uhr
Gebühren: 185 €, zzgl. Übernachtung/Verpflegung 100 € Erw. oder 68 € Sch./Stud.

Anmeldeschluss: 30. Juni 2019
Anmeldung: [Download.pdf]
Teilnahmebedingungen: [Download.pdf]

 

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